Ich habe es vor Augen, als wäre es gestern: Mein Opa in blau-ausgewaschener Arbeitslatzhose steht tief gebückt über seinen Kartoffelpflanzen hinten im Garten und erntet, was das Beet hergibt. Oma sitzt mit Enkelkind gemütlich unter der orange-braunen Markise auf der Terrasse, von der aus man einen kleinen Teil des großen Gartens sehen konnte, dafür aber mit seinen Füßen quasi direkt in Omis Stiefmütterchen-Beet baumelt, und trinkt Apfelsaft. Opa hatte allerlei Dinge da hinten angepflanzt - neben den Kartoffeln gab es einiges an Sträuchern, Brombeeren und Stachelbeeren für Omas leckeren Gelee, ein Pflaumen- und ein Apfelbaum, und weiter um die Ecke war noch einiges mehr zu entdecken. Im Sommer saßen wir mit der ganzen Löwen-Sippe mitten im Garten unter der blauen Wäschespinne. Die Alten auf Klappstühlen, die Hunde pesten umher und düngten die Bäume, und ich als einziges Kind der Familie verlor mich in den Grashalmen und schaute Marienkäfern beim Leben zu.
01. März 2018 · 1 Min. Lesezeit
Eine Hommage an den Garten
"Die Wohnung war ganz oben. Unten gab es ein Fleckchen Grün, das leider in Plastikmüll und Pizzaverpackungen ertrank." Nina erzählt über die bisherigen Gärten ihres Lebens.
