Es gibt Monate, die schreien laut nach Aufmerksamkeit – der Mai zum Beispiel, dieser Angeber. Und dann gibt es den September: den heimlichen Lieblingsmonat im Garten. Die Hitze hat ihren Stolz verloren, die Ernte läuft auf Hochtouren, und während du Tomaten und Äpfel in die Küche trägst, legst du ganz nebenbei schon das Fundament fürs nächste Gartenjahr. Doppelt gemoppelt, im besten Sinne. Egal ob Beet, Hochbeet oder Balkonkasten – hier kommt dein Fahrplan durch den September.
Jetzt aussäen und pflanzen
Die Hauptsaison ist vorbei? Stimmt. Aber wer jetzt die Tüten weglegt, verpasst was. Der September hat noch erstaunlich viel zu bieten – man muss nur wissen, wo man hinschaut.
Im Beet
Gemüse: Radieschen, Feldsalat, Winterportulak (Postelein) und Asia-Salate lassen sich von kürzeren Tagen nicht beeindrucken. Sie keimen jetzt noch zuverlässig und liefern dir frisches Grün bis in den Winter hinein. Während andere Beete schon im Feierabend sind, geht es hier munter weiter.
Gründüngung: Klingt nach Hausaufgabe, ist aber eines der klügsten Dinge, die du deinem Boden antun kannst. Gelbsenf und Phacelia wachsen schnell, lockern die Erde und füttern das Bodenleben – ein Festmahl für alles, was da unten wuselt. Für die kalte Jahreszeit ist Winterwicke ideal.
Wintergetreide: Winterdinkel und Winterroggen wollen jetzt in die Erde. Sie nehmen den Winter sportlich.
Blumen & Gehölze: Pflanzzeit für Erdbeeren, Blumenzwiebeln und Ziergehölze. Und ja – denk an die Frühlingsblüher! Dein März-Ich wird dir für jede Tulpe danken, die du jetzt versenkst.
Im Frühbeet, Gewächshaus oder auf der Fensterbank
Vorgezogene Salate haben jetzt Platz und liefern auch in der kühleren Jahreszeit knackiges Grün. Kein leeres Glashaus im Oktober – das wäre doch verschenkt.
Deine September-To-do-Liste
Ernten und Vorsorgen in einem – der September ist Multitasker.
- Ernten & haltbar machen: Einkochen, fermentieren, einfrieren. Was jetzt im Glas oder Gefrierfach landet, schmeckt im Januar nach Sommer.
- Eigenes Saatgut gewinnen: Reife Samen von samenfesten Sorten sammeln, trocknen, beschriften. Wichtig: Bei Hybriden lohnt sich das nicht – ihre Nachkommen sind nicht sortenecht, da kommt nächstes Jahr eine Wundertüte raus.
- Pflanzen pflegen: Verblühtes zurückschneiden, Mulchschicht erneuern. Kleine Handgriffe, große Wirkung.
- Winter vorbereiten: Baumpflanzungen planen, Stützen und Pfähle einsammeln und säubern. Dein zukünftiges, durchgefrorenes November-Ich sagt schon mal danke.
Was jetzt reif ist
Der September trägt dick auf – im besten Sinne:
- Gemüse: Kartoffeln, Möhren, Rote Bete, Kürbis. Die Schwergewichte der Saison.
- Kohl & Salate: Knackig und reichlich.
- Obst: Von Äpfeln bis Pflaumen biegt sich gerade so mancher Ast.
- Kräuter & Blumen: Die letzten Kräuter zum Trocknen schneiden – und dazu ein bunter Strauß für den Küchentisch.
Wildtipp: Halt auf Spaziergängen die Augen offen nach Holunder und Hagebutten. Daraus werden Sirup, Gelee und Tee – Vorrat, für den du nicht mal ein Beet brauchst.
FAQ
Was kann ich im September noch säen?
Schnellkeimende Salate, Radieschen und Gründüngung funktionieren jetzt noch wunderbar. Für den Winter kommen Winterwicke und Wintergetreide in die Erde.
Lohnt sich Gründüngung so spät noch?
Ja, unbedingt. Sie schützt den Boden über den Winter, hält Nährstoffe fest und füttert das Bodenleben. Im Frühjahr arbeitest du sie flach ein – fertig ist die Startrampe für die neue Saison.
Wie gewinne ich eigenes Saatgut?
Nur von samenfesten Sorten – bei Hybriden geht die Rechnung nicht auf. Samenstände trocknen lassen, Samen herauslösen, gut durchtrocknen und dann kühl, dunkel und beschriftet lagern. So einfach baust du dir deinen eigenen Saatgut-Schatz auf.
